Bauabnahme, Haus Aktuell rät zur gründlichen Vorbereitung

Hausbau: Die Bauabnahme sollte gründlich vorbereitet werden

Wenn der Bau eines Eigenheims abgeschlossen ist, wollen Bauherren so schnell wie möglich einziehen. Doch vor der endgültigen Inbesitznahme hat der Gesetzgeber die Bauabnahme gestellt. Aus gutem Grund und zum Nutzen des Bauherrn. Denn mit der Abnahme erklärt er direkt oder indirekt, dass er die erbrachte Werkleistung des beauftragten Bauunternehmens als im Wesentlichen fertiggestellt und mangelfrei annimmt. Weil die Bauabnahme erhebliche rechtliche Auswirkungen hat, sollte sie gründlich vorbereitet und am besten mit unabhängiger sachverständiger Hilfe durchgeführt werden, rät Rechtsanwalt Mario van Suntum, Vertrauensanwalt bei der Verbraucherschutzorganisation Bauherren-Schutzbund e.V. (BSB).

Förmliche Abnahme bereits im Bauvertrag vereinbaren

„Eine förmliche Abnahme und das Abnahmeprozedere sollten bereits im Bauvertrag vereinbart werden“, so van Suntum. Erfolgen sollte die Abnahme allerdings erst, wenn die Werkleistung abnahmereif, also im Wesentlichen tatsächlich fertiggestellt und mängelfrei ist. Ob das Haus bereits so weit ist oder ob der Bauherr die Abnahme verweigern kann, muss im Einzelfall geprüft werden. Sinnvoll ist dabei die Unterstützung eines unabhängigen Bauherrenberaters, etwa im Rahmen einer baubegleitenden Qualitätskontrolle. Wer sich von Start des Bauprojekts an für eine solche Kontrolle entscheidet, kann von Anfang an verdeckte Mängel vermeiden, die bei der Abnahme schwer oder gar nicht mehr erkennbar sind.

Alle bekannten Mängel im Abnahmeprotokoll vorbehalten

Der Bauherr sollte das Abnahmeprotokoll am besten selbst führen und die notwendigen Eintragungen vornehmen. In jedem Fall sollte er darauf bestehen, eine Kopie des Abnahmeprotokolls für seine Unterlagen zu erhalten. Alle Mängel, die ihm bekannt sind, sollte er vorbehalten, da er ansonsten seine Mängelrechte – bis auf den Schadens- und Aufwendungsersatz – verliert. Empfehlenswert ist es, im Protokoll schriftlich eine Frist zur Beseitigung von Mängeln zu setzen. Auch Ansprüche zu vereinbarten und angefallenen Vertragsstrafen können vorbehalten werden. „Seit dem Inkrafttreten des neuen Bauvertragsrechts Anfang 2018 müssen Zahlungspläne zudem so ausgestaltet werden, dass der Bauunternehmer zum Zeitpunkt der Abnahme maximal 90 Prozent des vereinbarten Vertragspreises als Abschlagszahlung erhalten hat“, erläutert Vertrauensanwalt Mario van Suntum.

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Quelle: djd / Bild: djd/Bauherren-Schutzbund