Mietpreisbremse ein Flop: So stark sind die Mieten unter der GroKo gestiegen

Diesen Freitag empfängt die Regierung zum Wohnbaugipfel Vertreter der Länder und Kommunen, aus der Bau- und Immobilienwirtschaft sowie der Mieter- und Vermieterverbände und Gewerkschaften.

Themen dabei sind unter anderem die Wirkung der Mietpreisbremse, die Steigerung der Neubautätigkeit oder Baukostensenkung.

Aus diesem Anlass hat immowelt.de analysiert, wie sich die Mieten in den vergangenen 5 Jahren unter der Großen Koalition entwickelt haben. Dafür wurden die angebotenen Kaltmieten in den 80 größten deutschen Städten untersucht. Das Ergebnis: In 79 Städten sind die Mieten seitdem gestiegen, am stärksten in Berlin. 52 Prozent zahlen Mieter inzwischen mehr als noch vor der Großen Koalition. Die Quadratmeterpreise haben sich von 7,50 Euro auf 11,40 Euro im Median erhöht.

Hinter der Hauptstadt weist das bayerische Augsburg mit einem Plus von 40 Prozent die zweitstärkste Steigerung auf. Danach folgt München mit 35 Prozent – und das obwohl das Preisniveau in der bayerischen Landeshauptstadt damals wie auch heute deutlich über allen anderen Städten liegt. Wohnungssuchende müssen in München derzeit mit Mieten von 17,90 Euro rechnen.

Große Preissprünge quer durch Deutschland

Generell lässt sich feststellen, dass es bei den Städten mit den höchsten Steigerungen keine regionalen Tendenzen gibt. Neben Bayern und Berlin sind dort auch Städte aus Schleswig-Holstein, Niedersachen, Hessen, Nordrhein-Westfalen oder Baden-Württemberg zu finden. Sowohl in Lübeck (+30 Prozent), als auch in Hannover, Offenbach, Paderborn und Heilbronn (jeweils +29 Prozent) haben sich die Mieten in den vergangenen in 5 Jahren stark verteuert. Und das obwohl in allen Städten bis auf Lübeck die von der Großen Koalition verabschiedete Mietpreisbremse gilt.

Geringste Steigerungen im Osten und NRW

Am unteren Ende des Rankings ist hingegen eine Tendenz zu erkennen. Die meisten Städte liegen hier in den ostdeutschen Bundesländern oder in Nordrhein-Westfalen. Viele davon befinden sich nach wie vor im Strukturwandel und haben mit Abwanderung zu kämpfen. In Chemnitz (+4 Prozent) sind die Mieten mit 5,00 Euro pro Quadratmeter am niedrigsten. Auch in Remscheid, Jena, Salzgitter und Siegen (jeweils +6 Prozent) haben sich die Preise nur gering erhöht.

Die einzige Großstadt, in der die Mieten seit 2013 sogar gefallen sind, ist Rostock. In der Hansestadt werden Mietwohnungen und -häuser aktuell um 8 Prozent günstiger angeboten als noch vor 5 Jahren. Grund könnte sein, dass die Stadt an der Ostsee lange mit sinkenden Einwohnerzahlen zu kämpfen hatte. Erst seit kurzem wächst die Bevölkerung wieder, was sich künftig auch auf die Preise auswirken könnte.

Berechnungsrundlage:
Datenbasis für die Berechnung der Mietpreise in den 80 Großstädten über 100.000 Einwohnern waren 286.300 auf immowelt.de inserierte Angebote. Dabei wurden ausschließlich die Angebote berücksichtigt, die vermehrt nachgefragt wurden. Die Preise geben den Median der jeweils im 1. Halbjahr 2013 und 2018 angebotenen Mietwohnungen und -häuser wieder. Die Mietpreise spiegeln den Median der Nettokaltmieten bei Neuvermietung wider. Der Median ist der mittlere Wert der Angebotspreise.

Tipp von Haus Aktuell:

Oft lohnt sich der Kauf einer eigenen Immobilie auch schon mit wenig Eigenkapital.

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Quelle: Immowelt AG / Bild: MichaelGaida/pixabay